Installation “Z 9” am Spreeufer
(Ziegelstraße 9/ Berlin Mitte) – 19. August – Ende September 2011,
Eröffnung 19. August. 2011, 20. 30 Uhr
Die audiovisuelle Klanginstallation „Z9“ ist am Gebäudekomplex der ehemaligen Klinik für Chirurgie, Augen- und Ohrenheilkunde in der Ziegelstraße in Berlin Mitte zu finden. Sie befindet sich an der Fassade zum Spreeufer des Hörsaalgebäudes aus den 1950er Jahren. Der sandfarben verputzte Bau strahlt im Vergleich zu den großen Bauten an der Straße etwas Provisorisches aus, seine Fassade ist zum Ufer vollständig mit Weinlaub überwuchert und zum Teil verfallen.

Im Inneren des Gebäudes scheint die Zeit dagegen still zu stehen. Die Einrichtung des Hörsaals von 1956/57 ist vollständig erhalten. Dadurch strahlt das Gebäude ein Stadium des Überganges aus. In absehbarer Zukunft werden solche seltsam und dadurch umso interessanter anmutenden Orte in derart exponierten Lagen vielleicht immer seltener werden. Noch besteht der Hörsaal an der Ziegelstraße in diesem Zwischenstadium und übt dadurch einen besonderen Reiz aus.
„Z9“ greift die Situation des Gebäudes akustisch und visuell auf. Der Passant hört aus dem Weinlaub Klänge, die zunächst nicht genau zu verorten sind. Eine Klangquelle ist nicht zu sehen. Die Geräusche eröffnen durch die extrem ausgedehnte Entwicklung der soundscape ein neues Zeitfenster. Sie strukturiert den Raum neu und steht im Kontrast zur hektischen Umgebung an der nahe gelegenen Friedrichstraße.
Nach Einbruch der Dunkelheit leuchtet das große Fenster in hellem grünen Licht. Durch Eingriffe in die strenge waagerechte und senkrechte Struktur des Fensters verändert sich die Wirkung der Fassade. Tagsüber wirkt das Gebäude äußerlich so unscheinbar wie seit Jahren. Erst abends wird die Behauptung einer zweiten Erscheinungsform sichtbar und knüpft an die akustische Gestaltung des Hörsaalgebäudes an.

Unser Dank gilt der Projektförderung “Interflugs”, dem Studiengang sound studies, UdK und der Humboldt-Universität, namentlich Frau Segeritz, für die Nutzung des Gebäudes.
